Deutsche Beiträge zur bemannten Raumfahrt
Der erste Deutsche im Weltall, Dr. Sigmund Jähn, wird am 13. Mai 2009 in der TU Berlin einen Vortrag zum Thema "Deutsche Beiträge zur bemannten Raumfahrt" halten. Wir laden herzlich dazu ein. Journalistinnen und Journalisten können sich zu einem Interview im Vorfeld anmelden.
Anfang des 19. Jahrhunderts befasste sich Hermann Oberth wissenschaftlich mit den Voraussetzungen und Möglichkeiten der Raumfahrt. In den 20er- und 30er-Jahren entstanden daraufhin in vielen Städten Deutschlands Vereine zur Förderung der Raumfahrt. Deren Mitglieder theoretisierten nicht nur über Fragen der Raumfahrt, sie konstruierten, bauten und starteten sogar erste Raketen. Als es gelang, für Raketenstartversuche das Gelände eines ehemaligen Truppenübungsplatzes in Berlin-Reinickendorf zu erwerben, wurde es als 1. Raketenflugplatz der Welt bezeichnet. Bereits vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die militärische Bedeutung von Raketen als perspektivische Fernwaffe erkannt und vorangetrieben. Unter der Leitung von Wernher von Braun entwickelte man in Peenemünde Raketen (A4/V-2) für Kriegszwecke. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Deutschland von der Raumfahrtentwicklung zunächst ausgeschaltet.
Den Wettlauf zwischen der Sowjetunion und den USA auf dem Gebiet der Raumfahrt entschied am 4. Oktober 1957 zunächst ein kleiner Sputnik. Am 12. April 1961 flog dann Juri Gagarin als erster Mensch einmal um die Erde. Die beiden deutschen Staaten leisteten aber auch einen angemessenen wissenschaftlichen Beitrag bei Geräteentwicklungen für die unbemannte Raumfahrt. Bei Carl Zeiss Jena wurde die leistungsfähige Multispektralkamera MKF-6 entwickelt und gebaut, die 1975 zum ersten Mal in einem bemannten sowjetischen Raumschiff eingesetzt werden konnte.
Im Sommer 1976 unterbreitete die sowjetische Regierung den Vorschlag, im Rahmen des Interkosmos-Programms Kosmonauten aus den beteiligten Ländern auszubilden und bei gemeinsamen Raumflügen einzusetzen. In der Bundesrepublik war die Entwicklung ähnlich. Ulf Merbold erfüllte als erster westeuropäischer Astronaut 1985 ein umfangreiches wissenschaftliches Programm auf dem Komplex SPACE SHUTTLE/SPACELAB. Nach 1990 gab es mehrere gemeinsame bemannte Raumflüge deutscher Raumfahrer auf der Grundlage von Abkommen sowohl mit der NASA als auch mit der Russischen Raumfahrtagentur. Gegenwärtig sind die meisten deutschen Aktivitäten auf dem Gebiet der bemannten Raumfahrt in die Europäische Weltraumagentur ESA integriert.
Wir möchten Sie herzlich zu dem Vortrag über "Die deutschen Beiträge zur bemannten Raumfahrt" einladen. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Bitte weisen Sie in Ihrem Medium auf diesen Termin hin:
Überschrift Zeit: am Mittwoch, dem 13. Mai 2009, um 17.00 Uhr
Ort: TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hauptgebäude, Hörsaal H 104
Journalistinnen und Journalisten haben vor dem Vortrag die Möglichkeit, ab 16.30 Uhr mit Sigmund Jähn kurze Interviews zu führen. Bitte melden Sie sich dazu bis 11. Mai 2009 an: Ramona Ehret vom Presse- und Informationsreferat, Fax: 030/314-23909 oder per E-Mail: ehret@tu-berlin.de
Der Raumflug am 26. August 1978
Sigmund Jähn flog am 26. August 1978 in der sowjetischen Sojus 31 zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. Der Flug dauerte sieben Tage, 20 Stunden, 49 Minuten und vier Sekunden. Während der 125 Erdumkreisungen führte Jähn zahlreiche Experimente durch. Dazu zählten unter anderem wissenschaftlich-technische Experimente mit einer Multispektral-kamera zur Erdfernerkundung, materialwissenschaftliche Experimente, Experimente zur Kristallisation, medizinische Experimente, Untersuchung der Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf das Sprechvermögen sowie biologische Experimente zum Zellwachstum in der Schwerelosigkeit.
Quelle: Pressemeldung Technische Universität Berlin
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