ESA-Special: Die ESA-Wassermission SMOS
SMOS steht für Soil Moisture and Ocean Salinity. Das Kürzel lässt kaum vermuten, dass hinter den nicht gerade aufregenden Begriffen "Bodenfeuchte und Ozeansalzgehalt" ein hochbrisantes Thema steckt. Über diese bislang unterschätzten Klimafaktoren lassen sich nämlich Veränderungen in der globalen Wasserzirkulation erkennen und damit Erkenntnisse über die zukünftige Verteilung der Ressource Wasser gewinnen.
Mit der zunehmenden Globalisierung der Welt rückt "Das Wasser der Erde" immer stärker in den Fokus der Betrachtungen. Wie in der Vergangenheit Kriege um Rohstoffe geführt wurden, könnte es als Folge der globalen Umweltveränderungen eines Tages auch zu Verteilungskämpfen um die Ressource "Wasser" kommen. Es ist daher wichtig, wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse zum natürlichen Wasserkreislauf der Erde zu bekommen, um rechtzeitig auf potentielle Gefahren hinweisen und entsprechende Gegenmaßnahmen treffen zu können.
Warum mangelt es nach wie vor an diesen gesicherten Erkenntnissen? Das Fatale an den spürbaren globalen Umweltveränderungen ist nämlich, dass sich die Prozesse schleichend vollziehen. Alle in die Atmosphäre, ins Wasser oder in die Erde eingebrachten Stoffe kommen irgendwann und irgendwo einmal zum Tragen. Aber wann, wo, mit welcher Intensität und mit welchen Folgen das geschieht, das ist aufgrund der Kompliziertheit und Komplexität von Klimaprozessen und natürlicher Kreisläufe schwer verständlich. Und aufgrund der Rückkopplungen auch kaum vorhersehbar. Weil alles mit allem zusammenhängt.
Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat deshalb das Programm "Living Planet" ins Leben gerufen, um unseren blauen Heimatplaneten - den wichtigsten Patienten unseres Sonnensystems - minutiös zu erkunden: Alles soll erfasst und vermessen werden, jeder Atemzug, jedes Husten, jeder Pulsschlag.
Mit der Spezialmission SMOS will die ESA erstmals global vergleichbare Daten zur Bodenfeuchte und zum Salzgehalt der Meere gewinnen, um gesicherte Erkenntnisse zum Wasserkreislauf auf dem Planeten Erde zu erhalten.
Quelle: Pressemeldung European Space Agency
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