Emskanal zwischen Papenburg und Leer
Die Umweltverbände WWF und BUND fordern im Rahmen der vom Land beschlossenen Machbarkeitsstudie eine umfassende und unvoreingenommene Prüfung der Idee, durch den Bau eines Kanals zwischen Papenburg und Leer die weitere Zerstörung der Ems zu stoppen und die Ems zu renaturieren. Dabei sei es von hoher Wichtigkeit, alle betroffenen Gruppen in einem transparenten öffentlichen Verfahren zu beteiligen. Im Sinne der Natur wäre die Verlegung der Meyer-Werft an die Küste die beste Lösung. Da das für die Werft und für die Region keine Option ist, ist ein Emskanal zwischen Papenburg und Leer nach Auffassung der Verbände WWF und BUND die zweitbeste Lösung, um die Ems zu retten.
Den Umweltverbänden geht es dabei ausschließlich um eine Kanallösung von Leer bis Papenburg. Ein zusätzlicher Kanal zwischen Papenburg und Dörpen trägt nach Ansicht der beiden Verbände nichts zur Lösung des Konflikts zwischen den Interessen der Meyer-Werft und dem Schutz der Ems bei.
Seit 25 Jahren streiten Umweltverbände und Bürgerinitiativen auf der einen Seite, Land Niedersachsen, Bunderwasserstraßenverwaltung und die Meyer-Werft auf der anderen Seite um die Ems. Die Werft überführt immer größere Schiffe über die von Natur aus flache und schmale Ems von Papenburg in die Nordsee. Die permanenten Ausbaggerungen und Aufstauungen haben den Fluss schwer geschädigt. Der Sauerstoffmangel ist eklatant, die Unterems hat sich innerhalb von nur zwei Jahrzehnten durch zahlreiche Eingriffe von Deutschlands artenreichster Flussmündung zu einer in Teilen leblosen, extrem verschlickten Wasserstraße entwickelt.
Ein etwa 15 Kilometer langer Kanal zwischen dem Werftstandort Papenburg und Leer könnte den Fluss an einem Nadelöhr der Überführungen entscheidend entlasten, so die Verbände. Die Ems hätte eine echte Chance, wieder weitgehend ihren ursprünglichen Charakter zurückzugewinnen - und zwar über die ganze Strecke zwischen Papenburg und der Nordsee. Das heißt, ein Tideästuar mit Auenwäldern, naturnahen Ufern und wertvollen Gewässerlebensräumen auf mindestens 15 Kilometern mit höchstem Wert für gefährdete Arten wie z.B. Fischotter könnte sich wieder einstellen. Profitieren würden zudem europaweit gefährdete Fischarten wie Finte oder Neunauge.
WWF und BUND werden sich bis zu einer verbindlichen gemeinsamen Lösung alle politischen und rechtlichen Handlungsoptionen offen halten. "Wir brauchen eine Lösung, sonst stirbt die Ems vor unseren Augen", so WWF-Expertin Beatrice Claus.
Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland
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