Huber: Damit die Salzach sich nicht ihr eigenes Grab gräbt - Großprojekt soll Flussbett stabilisieren

02.10.2008 | München
Mit einem innovativen Großprojekt wollen Bayern und Österreich gemeinsam die fortschreitende Eintiefung der Salzach bremsen - zum Schutz von Mensch und Natur.

Dies erklärte Umweltstaatssekretär Marcel Huber heute anlässlich des Spatenstichs zum Projekt 'Offenes Deckwerk' in Laufen. Huber: 'Die Salzach gräbt sich derzeit ihr eigenes Grab mit weitreichenden Folgen: Das Grundwasser sinkt ab, die Auwälder an ihren Ufern vertrocknen. Und bei Hochwasser droht der gefürchtete Sohldurchschlag. Dann könnte die starke Strömung den Untergrund mehrere Meter tief ausheben. Ufersicherungen und Brückenfundamente würden unterspült, Hochwasserdeiche könnten brechen.' Der heute begonnene erste große Bauabschnitt ist Teil eines umfassenden Sanierungskonzepts der Salzach auf einer Länge von 50 Kilometern zwischen Freilassing und Burghausen. Um die Strömung zu verringern, soll der Fluss verbreitert und die Flusssohle wieder angehoben und stabilisiert werden. Dazu sieht die von einer bayerisch-österreichischen Expertengruppe erarbeitete Lösung im Freilassinger Becken zwei raue Sohlrampen, weiche Ufer und eben das Offene Deckwerk mit Gesamtkosten von 50 bis 60 Millionen Euro vor. Das Deckwerk besteht aus 26.000 Tonnen größerer Steine, die auf dem Flussgrund im Stadtbereich Laufen und Oberndorf verteilt werden. 'Bereits beim Hochwasser im August 2002 kam es zu einem Sohldurchschlag auf mehreren Kilometern Länge. Gott sei Dank kam damals niemand zu Schaden. Es besteht nun dringender Handlungsbedarf, um die Gefahr insbesondere für die Anwohner zu bannen', so Huber. +++

Die Salzach wurde unter anderem für eine bessere Schiffbarkeit zwischen 1820 und 1930 begradigt und auf rund 114 Meter eingeengt, was zu den Problemen führte. Huber: 'Die Lösung zur Sohlsicherung ist ökonomisch wie ökologisch gleichermaßen gelungen. Ein ganz wichtiger Aspekt, denn die Salzachauen gehören zu den artenreichsten Auengebieten Österreichs und Bayerns mit einer einzigartigen Vogelwelt und einer Vielzahl geschätzter und bedrohter Arten.' So wird die aus Hochwasserschutzgründen dringend notwendige Sanierung z.B. auch 'weiche' Ufer schaffen, an denen Uferanbrüche über mehrere Kilometer hin zugelassen werden. Es entsteht so ein natürliches Mosaik aus Kleinlebensräumen für Tiere und Pflanzen.

Quelle: Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

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