Klimawandel bedroht die Lebensvielfalt im Meer

30.10.2008 | Hamm
Seit der industriellen Revolution haben die Ozeane den globalen Klimawandel dadurch verlangsamt, das sie große Mengen Kohlendioxid geschluckt haben, doch diese bittere Pille hat die Chemie der Gewässer verändert und diese säuerlicher und unwirtlicher gemacht, weshalb nun das Überleben von vielen wichtigen Meeresorganismen auf dem Spiel steht.

Wissenschaftler auf der ganzen Welt sind nun besorgt und warnen vor einem fundamentalen Wechsel im Ozean. "Die wachsende Menge von Kohlendioxid in den Ozeanen könnte einen größeren Effekt auf das Leben auf der Erde haben als das Kohlendioxid in der Atmosphäre" sagt Charles Miller vom JPL der NASA.

Die Ozeane sind für das Klima auf der Erde extrem wichtig, denn ein Großteil der Wärmestrahlung von der Sonne wird vom Meer aufgenommen und gespeichert - andernfalls würde diese Wärme nämlich Schnee und Eis schmelzen und die Atmosphäre weiter aufwärmen. Außerdem absorbiert der Ozean 1/3 des Kohlendioxids, das der Mensch in die Luft bläst. Der Rest wird von Bäumen und Pflanzen und Böden aufgenommen oder verbleibt zum Teil auch in der Atmosphäre, wodurch der Treibhauseffekt verstärkt wird.

Eigentlich befindet sich dieses gelöste Kohlendioxid in der oberen Meeresschicht, doch wenn sich das Oberflächenwasser abkühlt, wird es salziger und dichter und sinkt zusammen mit dem gelösten Kohlendioxid in die tieferen Meeresschichten und vergiftet diese, mit weitreichenden Konsequenzen für die Chemie des Wassers.

Das Ergebnis ist ein niedriger PH-Wert, was bedeutet, dass das Wasser säuerlicher ist, und ironischerweise eine Abnahme einer bestimmten Form von Kohlenstoff (carbonate ion), welche viele Meereslebewesen brauchen um Schalen und Skelette zu bilden.

Am besten können die Auswirkungen an der Meeresoberfläche beobachtet werden, wo seit Beginn des Industriezeitalters der PH-Wert abgesunken ist und weiter fällt. Wissenschaftler prognostizieren, dass der PH-Wert bis zum Jahr 2100 soweit abgefallen sein wird, wie seit 20 Millionen Jahren nicht mehr.

Als erstes werden die Auswirkungen wohl die Weichtiere und Muscheln aber auch die Korallen spüren. Und gerade die Korallen gehören zu den biologisch wertvollsten Plätzen auf der Erde. "Sie stehen wirklich unter einem Angriff von warmen Wasser, Überfischung und der Degenration von Lebensräumen" sagt Scott Doney vom Woods Hole Oceanographic Institution.

"Umweltdruck führt zu mehr Fällen von ‚coral bleaching’, was sich ereignet, wenn die symbiotischen Algen die innerhalb der Korallen Leben sterben, und von dem sich die Riffe oft nicht mehr erholen. Die Übersäuerung der Ozeane gibt den Korallen womöglich den Rest."

In anderen Meeresregionen, wie dem südlichen Ozean oder dem nördlichen Polarmeer, wird die ganze Nahrungskette gefährdet, da das Überleben von kleinen Meeresschnecken immer schwieriger wird und wodurch auch kleinere Fische gefährdet sind, welche wiederum Pinguinen, Walen und Seevögeln als Nahrung dienen.

Die NASA unterstützt die Forschungen hierzu und startet im Januar 2009 das Orbiting Carbin Observatory, welches präzise Messungen des Karbongehaltes durchführen soll.

"Wir werden sehr viel mehr darüber wissen, was im Ozean los ist, da bisherige präzise Messungen ehr spärlich sind" so Charles Miller.

Quelle: Pressemeldung extrasolar-planets.com

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