Mehr Sicherheit durch Satelliten beim Transport gefährlicher Abfälle
Das von einem Kleinunternehmen für die italienische Region Lombardei entwickelte System überwacht täglich den Ortswechsel von 200 mit Industrieabfällen beladenen Containern auf 100 LKW.
Die Zahl der Transporte gefährlicher Industrieabfälle zwischen ihrem Entstehungsort und einem für ihre Entsorgung vorgesehenen Standort nimmt mit jedem Jahr zu. In der Regel durchqueren die mit Containern voller Abfälle beladenen LKW zwei bis drei Tage lang verschiedene Länder Europas. Aus Sicherheitsgründen und, um dafür zu sorgen, dass das gesamte Material an seinem Bestimmungsort angelangt, hat ein kleines italienisches Unternehmen ein innovatives Überwachungssystem entwickelt, das auf Positionsdaten von GNSS (Global Navigation Satellite System) beruht und jede Bewegung der Industrieabfälle auf ihrer Reise genauestens verfolgt.
LKW-Überwachung auf Straßen-Level
Unser Advanced Tracking System (ATS) ist eine vollständige Plattform, in der verschiedene Technologien zum Einsatz kommen. Sie stellt eine geeignete Lösung für die Überwachung von Sondermülltransporten dar. Falls ein LKW von der vorgesehenen Route abweicht oder Teile der Ladung unterwegs illegalerweise abgeladen werden, wird dies sofort bemerkt," erklärt Ivan Allevi, Projektleiter bei dem italienischen Betrieb Allix.
Das System befindet sich derzeit in der ersten Betriebsphase. Täglich überwacht und steuert es die Bewegung von 200 Containern auf 100 LKW, die größtenteils von Italien über Österreich oder die Schweiz nach Deutschland, Tschechien oder in die Niederlande fahren.
"Unter Verwendung herkömmlicher, kostengünstiger GPS-Empfänger, die Korrekturen über lokale GPS-Bodenstationen und das EGNOS-System erhalten, erzielt unser ATS eine Positionsgenauigkeit von wenigen Metern," so Giorgio Soldavini, Programm-Manager von Allix. "Sobald verfügbar kann das System außerdem die hochgenauen Daten von Galileo nutzen."
System erhält Auszeichnung in internationalem Wettbewerb
Das ATS-System von Allix wurde mit dem ersten Preis der Lombardei bei der diesjährigen "European Satellite Navigation Competition" ausgezeichnet.
Das zentrale Gerät ist ein am LKW angebrachter GNSS-Empfänger, der mit GPS und EGNOS-Overlay-Signalen arbeitet. Zusätzlich an jedem Container befindliche, autonome Zweitgeräte überwachen den Status der Container, ihre Temperatur, Bewegungen usw.
Wird der LKW um einen Anhänger mit einem oder mehreren Containern erweitert, registriert das Hauptgerät die Ankopplung und teilt sie dem Zentralserver mit. Beim Abkoppeln des Anhängers und somit der Container wird ein entsprechendes Signal an den Zentralserver gesendet. So kann über den Zentralserver problemlos ein Vergleich der geplanten mit der tatsächlichen Route durchgeführt werden. "Wir wachen darüber, dass der LKW der genehmigten Route folgt und den gesamten Abfall zur vereinbarten Entsorgungseinrichtung bringt," fügt Giorgio Soldavini hinzu.
Als nächster Schritt soll das System an allen Abfalltransportern der Lombardei angebracht werden.
Quelle: Pressemeldung European Space Agency
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