TUD-Architekten präsentieren Innovationen zum Thema Energie und Feuchte am Baudenkmal
Durchfeuchtete Mauern, schlechte Raumluft und Schimmelbildung, Salzausblühungen oder Risse im Putz sind oft das unerfreuliche Ergebnis unsachgemäß durchgeführter Sanierungsarbeiten. Diese Schäden entstehen, weil die Zusammenhänge zwischen Material, Konstruktion und Klima nicht richtig verstanden werden, so erläutern die Experten am Institut für Bauklimatik den komplexen Sachverhalt.
Prof. John Grunewald und seine Mitarbeiter erforschen an der TU Dresden die theoretischen Grundlagen des Transportes von Wärme, Feuchtigkeit, Luft und Salz. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse werden regelmäßig in Computerprogramme implementiert und genutzt, um neuartige Materialien für Baustoffe zu entwickeln. Aus der Ideen-Werkstatt der Forscher haben sich inzwischen kapillaraktive Systeme für die Innendämmung in der Praxis durchgesetzt. Architekten, Bauingenieure und Forscher nutzen heute weltweit die Computerprogramme COND, Delphin und SUN aus Dresden. Programme, die die Schwachpunkte einer Gebäudehülle in Sachen Feuchte und Wärme "aufspüren" können. Ihre nutzerfreundliche Bedienung erlaubt ein effizientes Arbeiten und unterstützt den Einstieg in die verschiedenen Themengebiete der Bauphysik.
Know-how und langjährige Erfahrung auf den Gebieten des gekoppelten Wärme-, Feuchte-, Luft-, Salz- und Schadstofftransportes fließen auch in zahlreiche Gutachten und Expertisen des TU-Instituts ein. Damit können schon in der Planungsphase Konstruktionen auf ihr Funktionieren hin überprüft und mögliche Schäden vermieden werden. An ausgewählten historischen Gebäuden, wie z. B. dem Reichsmuseum Amsterdam, der Speicherstadt Potsdam oder der Elbphilharmonie Hamburg, waren bzw. sind die TU-Forscher mit ihrer Kompetenz schon im Vorfeld baulicher Aktivitäten gefragte Partner.
Wenn es darum geht, Impulse aus der Wissenschaft für die energetische Sanierung historischer Gebäude zu setzen, dann sind die Dresdner Bauklimatik-Experten immer vorn dabei: In ihrem bauphysikalischen Forschungs- und Entwicklungslabor untersuchen sie ein breites Spektrum von Baumaterialien. Beste Voraussetzungen, solche Materialien zu entwickeln, die gerade für die "sensible" Innendämmung oder die Salzsanierung von Baudenkmälern gebraucht werden. Spezialuntersuchungen im Mehrkammerklimaprüfstand ermöglichen Konstruktionsprüfungen für beliebige Klimaanforderungen. Testhäuser und -konstruktionen gestatten schließlich die messtechnische Überwachung bzw. Überprüfung von Sanierungsarbeiten. Hier werden neue Baustoffe oder Details für Konstruktionen unter Praxisbedingungen getestet und auf ihre Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit geprüft.
Die europäische Messe für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung in Leipzig wollen die TU-Wissenschaftler nutzen, ihre innovativen Angebote mit dem fachkundigen Publikum zu diskutieren und Partner für gemeinsame Projekte zu finden.
Quelle: Pressemeldung Technische Universität Dresden
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