Tagesplaner für Astronauten hilft Dubliner Feuerwehr
Das neue System bietet Einsatzteams die Möglichkeit, unterwegs zu einem Brand Gebäudegrundrisse abzurufen und festzustellen, wo sich Hydranten und eventuelle Chemikalien befinden. Bei Autounfällen können die heruntergeladenen Daten Informationen über Explosivstoffe in Airbags, Hochspannungsbatterien und Flüssiggastanks liefern, die sich für die Bergung Verletzter mitunter als hilfreich erweisen.
Das irische Unternehmen Skytek hat das ursprünglich zur Unterstützung der Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) entwickelte System APEX (Advanced Procedure Executor) an die Bedürfnisse der Dubliner Feuerwehr angepasst.
Sicherheit und Schnelligkeit sind in jeder Notsituation lebenswichtig
"Indem wir unser Team mit der neuesten Technologie ausstatten, können wir Verzögerungen vermeiden und gewährleisten, dass Verletzte die bestmögliche Versorgung erhalten. Dieses System ermöglicht unseren Feuerwehrleuten sowohl unterwegs zu Unfallorten als auch vor Ort, auf wichtige Pläne zugreifen zu können", so Richard Hedderman von der Dubliner Feuerwehr, die mit 850 Vollzeitbeschäftigten und 12 rund um die Uhr besetzten Stationen die größte Feuerwehr Irlands darstellt.
"Wir haben vorab erstellte Pläne für schwerwiegende Notfälle in Krankenhäusern, Hotels, dem Dubliner Hafentunnel und ähnlichen Orten. Um derartige Situationen zu meistern, müssen die Verantwortlichen unbedingt auf die richtigen Prozeduren und Informationen zugreifen können."
Bei ISS-Astronauten im Gebrauch
Die APEX zugrunde liegende Technologie ist der Skytek-eigene International Procedural Viewer (iPV), der für das europäische Labor an Bord der ISS, das ESA-Modul Columbus, entwickelt wurde. Heute werden das APEX-System und Skyteks iPV-Technologie regelmäßig von ISS-Astronauten verwendet.
"Wie viele andere Innovationen auch wurde diese Technologie ursprünglich für Weltraummissionen entwickelt, wo es auf Kontrolle, Methodik und sichere, präzise Prozeduren ankommt", erklärt Dr. Sarah Bourke, CEO von Skytek.
"Dieses System befindet sich nun schon seit drei Jahren auf der ISS im Einsatz. Von Routinevorgängen, wie etwa dem Auswechseln einer Sicherung, bis hin zum Umgang mit Notlagen enthält es alle Prozeduren, die Astronauten benötigen. Insgesamt kann auf 2.000 bis 3.000 verschiedene Abläufe sofort zugegriffen werden. Dabei handelt es sich sowohl um routinemäßige Alltagsaktivitäten als auch um Außenbordeinsätze und Notfälle."
Der Technologietransfer zur Anpassung von APEX an die Bedürfnisse der Dubliner Feuerwehr wurde zum Teil von Enterprise Ireland und durch das General Support Technology-Programm der ESA finanziert. Um die Qualität und Tauglichkeit des Endprodukts zu gewährleisten, war die Dubliner Feuerwehr von Anfang bis Ende am Technologietransfer beteiligt.
"Die Ausrüstung, die derzeit in North Strand und Swords erprobt wird, kommt sehr gut an", so Hedderman. "Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Raumfahrttechnologie der Gesellschaft Nutzen bringen kann. Die Technologie wurde unter extremen Bedingungen rigoros auf ihre Zuverlässigkeit getestet. Indem wir derartige Entwicklungen nutzen, kommen wir in Sachen Effizienz, Sicherheit und Lebensrettung um riesige Schritte weiter", betont David Raitt vom Technologietransfer-Programmbüro der ESA.
Quelle: Pressemeldung European Space Agency
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