UNESCO-Urkunde für Berliner Siedlungen
Die UNESCO verleiht am 7. Juni 2009 offiziell die Welterbe-Urkunde an die "Siedlungen der Berliner Moderne" in einem Festakt im Berliner Rathaus. Der Direktor des UNESCO-Welterbezentrums, Francesco Bandarin, wird die Urkunde an die Bürgermeisterin von Berlin, Senatorin Ingeborg Junge-Reyer, überreichen. Die UNESCO hat die sechs Siedlungen der Berliner Moderne im Juli 2008 in die Liste des Welterbes aufgenommen.
Die Wohnhaussiedlungen entstanden in den Jahren 1913 bis 1934 - zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Machtantritt der Nationalsozialisten. Sie repräsentierten einen neuen Typ des sozialen Wohnungsbaus, da sie einen gesünderen und höheren Lebensstandard auch für die ärmere Bevölkerung ermöglichten. Die Siedlungen verfügten über Bad, Toilette und Zentralheizung. Es gab getrennte Zimmer zum Wohnen und Schlafen. Düstere Hinterhöfe und Seitenflügel sollten der Vergangenheit angehören.
Die modernen Siedlungen hoben sich stark von den klassischen Mietskasernen ab. Es entstand Wohnraum mit viel Licht, Luft und Sonne. Ihre Ästhetik beeinflusste die weitere Entwicklung von Architektur und Städtebau im 20. Jahrhundert. Zum Welterbe gehören die Gartenstadt Falkenberg, die Siedlung Schillerpark, die Großsiedlung Britz, die Wohnstadt Carl Legien, die Weiße Stadt und die Großsiedlung Siemensstadt.
Die UNESCO verleiht die Urkunde am Welterbetag, dem 7. Juni, im Rahmen eines Festaktes um 11 Uhr im Festsaal des Berliner Rathauses. Es sprechen:
* Francesco Bandarin, Direktor des UNESCO-Welterbezentrums Paris
* Wolfgang Tiefensee, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
* Ingeborg Junge-Reyer, Bürgermeisterin von Berlin und Senatorin für Stadtentwicklung
* Prof. Dr. Michael Petzet, Ehrenpräsident ICOMOS International und Präsident ICOMOS Deutschland
* Bernhard S. Elias, Initiative Welterbe - Siedlungen der Berliner Moderne
* Dr. Dagmar Tille, Werkstatt Architektur und Denkmalschutz, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
* Prof. Dr. Jörg Haspel, Landeskonservator, Landesdenkmalamt Berlin
Quelle: Pressemeldung Deutsche UNESCO-Kommission e.V.
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