Weltraumteleskop macht Zwischenlandung in München

13.10.2008 | München
Hubble Nachfolger im Originalmaßstab zu sehen im Deutschen Museum

Das James Webb Weltraumteleskop (JWST) ist im Innenhof des Deutschen Museums in München zwischengelandet und wird mindestens bis zum 23. November 2008 dort zu sehen sein. Der europäische Raumfahrtkonzern Astrium, sein nordamerikanischer Partner Northrop Grumman und das Deutsche Museum präsentieren ein 1:1-Modell des wissenschaftlichen Riesensatelliten. Anlass für die Zwischenlandung ist ein Workshop in München, bei dem sich Raumfahrtexperten aus aller Welt treffen, um über die Entwicklungsfortschritte beim Bau des JWST zu beraten. Die Münchner EADS-Raumfahrttochter Astrium ist maßgeblich am Bau des tennisplatz-großen (24,38m x 11,58m x 12,19m; Gewicht 3,18t) Forschungssatelliten beteiligt.

Das James Webb Space-Teleskop soll im Jahr 2013 gestartet werden. Das gemeinsame Entwicklungsprojekt der amerikanischen NASA, der kanadischen CSA und der europäischen Weltraumorganisation ESA soll nach den ältesten und damit am weitesten entfernten Galaxien Ausschau halten. Das 1:1-Modell des JWST hat bereits mehrmals den Atlantik überquert. Neben Seattle, Orlando, Washington und Montreal konnte es auch schon in Paris und Dublin besichtigt werden und ist nun zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. Der Aufbau des Modells in München hat insgesamt vier Tage gedauert. Anlass ist ein NASA-Kongress, bei dem sich alle am JWST beteiligten Partner treffen. Diese Partner-Workshops finden in regelmäßigen Abständen an wechselnden Orten statt. In diesem Jahr übernimmt Astrium die Rolle des Gastgebers und nutzt zusammen mit dem Deutschen Museum die Gelegenheit, die Mission des JWST einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. "Das Deutschen Museum ist der ideale Aufstellungsort für das JWST-Modell auf der Erde: Ganz nach Oskar von Millers Gedanken wird hier auch das Aktuellste aus Naturwissenschaft und Technik begreifbar gemacht. Man kann das Riesenteleskop im Deutschen Museum nicht nur bestaunen, sondern der Technik, die dahinter steckt, auch auf den Grund gehen", sagt Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums.

Das JWST-Weltraumteleskop bedeutet für Wissenschaftler auf der Suche nach den Ursprüngen unseres Universums einen Quantensprung, denn es kann viel tiefer ins Weltall hinein blicken als das Vorgängerteleskop Hubble. Weil das Licht aus diesen entfernten Regionen des Alls mehrere Milliarden Jahre braucht, um zur Erde zu gelangen, bedeutet dieser Blick in die Tiefe des Alls immer auch einen Blick in längst vergangene Zeiten. Möglich wird dies zum einen durch den wesentlich größeren Primärspiegel des neuen Teleskops. Dieser Spiegel wird aus 18 sechseckigen Einzelsegmenten bestehen, die sich erst im All entfalten. Zum anderen sind die Instrumente an Bord des JWST wesentlich empfindlicher als die des Hubble-Teleskops.

Das JWST-Modell kann rund um die Uhr auf der Museumsinsel besucht werden. Das Deutsche Museum bietet zusammen mit Astrium verschiedene Aktivitäten rund um das Modell an. So erhalten Schulklassen eine generelle Einführung in die Astronomie und die Missionen des Weltraumteleskops. Vor einem fortgeschritteneren Publikum wird der wissenschaftliche Leiter des Teleskops, Nobelpreisträger und Mitarbeiter der NASA, John C. Mather, einen Fachvortrag über die technologischen und wissenschaftlichen Herausforderungen des Projektes halten. Ein weiterer Höhepunkt wird die "Lange Nacht der Museen" am 25. Oktober sein, in der sich Interessierte direkt am Modell mit Experten der Astrium GmbH austauschen können.

Quelle: Pressemeldung Deutsches Museum Pressestelle

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